Wie groß ist die Gefahr, dass wir bald eine hohe Inflation bekommen?
Trotz aller Mutmaßungen rechnen Experten momentan nicht mit einer hohen Inflation. Allerdings muss die überzogene Staatsverschuldung vieler Länder bekämpft werden. Die zusätzlichen Sparprogramme, z. B. in Spanien oder in Portugal, und die Schärfung des Euro-Stabilitätspaktes sind richtige Maßnahmen.
Wie legen Sie Ihr Geld am sichersten an?
Dabei sind zwei Kriterien zu beachten. Erstens: Bekommen Sie das eingesetzte Kapital garantiert zurück? Und zweitens: Ist die Verzinsung höher als die Inflationsrate (derzeit ca. 1 Prozent)? Wenn beides gewährleistet ist, kann man sein Geld gut anlegen.
Wie können Sie Ihr Erspartes vor Inflation schützen?
Die Europäische Zentralbank wird für Geldwertstabilität im Euro-Raum sorgen. Angst vor einem Inflationsgespenst ist ein schlechter Ratgeber. Wer dennoch mit einer Inflation rechnet, sollte in Immobilien bzw. Immobilienfonds oder auch in inflationsgeschützte Anleihen investieren. Diese laufen in der Regel auch dann gut, wenn es keine Inflation gibt.
Sollte man jetzt Gold oder Goldfonds kaufen?
Gold ist jetzt schon sehr teuer und birgt deshalb erhebliche Preisrisiken. Es ist nur als untergeordnete Beimischung bei mittleren bis größeren Vermögen sinnvoll. Auch über die sichere Verwahrung, zum Beispiel in einem Bankschließfach, sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen. Goldfonds wiederum verkraften Schwankungen eher, weil sie breit gestreuter investiert sind. Überhaupt kann das Investieren in Rohstoffmärkte über Fonds zurzeit attraktiv sein.
Ist der Kauf einer Immobilie zu empfehlen?
Die selbst genutzte Immobilie gilt unter Experten als gute und inflationssichere Anlage. Wenn man zum Beispiel 30 Jahre lang 600 Euro Miete im Monat bezahlt, summiert sich das bei einer Mietsteigerung von nur 1 Prozent pro Jahr auf über 260.000 Euro. Dieses Geld kann man auch in eine eigene Immobilie stecken. Ob dies für den Einzelnen passt, hängt natürlich von der persönlichen Lebens- und Finanzplanung ab.
Was ist jemanden zu empfehlen, der jetzt z.B. 3000 Euro sicher anlegen will?
Das kommt auf das Anlageprofil und die jeweilige Lebenssituation an. Handelt es sich um Geld, auf das nicht jederzeit zugegriffen werden muss, machen z.B. Festzinssparen oder auch Garantiefonds Sinn. Muss man aber ab und zu an die 3.000 Euro ran, dann gehören diese auf ein kurzfristig verfügbares Sparkonto, wie z.B. einem gut verzinslichten Tagesgeldkonto, bei einem absolut sicheren Kreditinstitut.
Wie können Sie jetzt krisensicher für das Alter vorsorgen?
Nicht anders als bisher, nämlich in regelmäßigen Beiträgen und getreu dem Motto: Nicht alle Eier in ein Nest legen. Besonders attraktiv sind die staatlich geförderten Vorsorgeformen, wie betriebliche Altersvorsorge, Riester- und Rürup-Rente, weil man neben staatlichen Zulagen oft auch noch von Steuervorteilen profitieren kann. Hinzu kommt, dass das Geld dort sicher angelegt ist.
Soll man heute noch eine Lebensversicherung abschließen?
Eine Lebensversicherung gehört nach wie vor für den Großteil der Bundesbürger zum Vorsorge-Mix dazu, sei es für die eigene Altersvorsorge oder zur Absicherung der Familie, wenn man sich für eine Immobilie verschuldet hat und im Todesfall die Hypothek getilgt wissen will.
Rechnet sich eine Riester-Rente?
Eine Riester-Rente lohnt sich oft allein schon wegen der staatlichen Förderung. Wo sonst bekommt man Förderungen durch Zulagen und Steuervorteile von über 50 Prozent? Wer als Arbeitnehmer beispielsweise mit 27 Jahren und einem Bruttogehalt von 30.000 Euro anfängt zu sparen, zwei Kinder bekommt und mit 67 in Rente geht, kann sich dann über einen Kapitalstock von über 130.000 Euro freuen. Dabei helfen u.a. die jährlichen Zulagen von 154 Euro für den Sparer und bis zu 300 Euro für jedes Kind.